FAQ - RFID allgemein
1. Was ist RFID?
RFID steht für Radio Frequenz IDentifikation und ist eine Technik für berührungsloses Identifizieren über Funkwellen von solchen Objekten, Waren, Behältern und Personen, die mit einem Transponder ausgestattet sind.
2. Was ist ein Transponder?
Ein Transponder ist ein mobiler Datenträger, der aus einem Chip und einer Antenne besteht. Der Begriff Transponder ist zusammengesetzt aus den Begriffen Transmitter und Responder. Transponder gibt es in verschiedenen Ausprägungen als Klebeetikett und in einem Gehäuse als sogenanntes Hard-Tag. Grundsätzlich wird zwischen passiven und aktiven Transpondern unterschieden.
Transponder, die in Produktion und Logistik eingesetzt werden, verfügen üblicherweise über einen wiederbeschreibbaren Speicher.
3. Wie funktioniert RFID?
RFID funktioniert auf zwei unterschiedliche Arten: induktiv (Magnetfeld) und über elektromagnetische Wellen.
Die Frequenzen 125 kHz (LF) und 13,56 MHz (HF) übertragen die Daten induktiv und erreichen dadurch nur begrenzte Reichweiten. Bei der UHF-Frequenz (860 – 950 MHz) erfolgt die Datenübertragung mit elektromagnetischen Wellen.
Der Systemaufbau besteht grundsätzlich aus einem oder mehreren Lesegeräten (Readern) mit einer oder mehreren Antennen, die die Transponder „lesen“.
Damit die Daten der Transponder von IT-Systemen oder SPSen verarbeitet werden können, ist i.d.R. eine sogenannte Systemintegration erforderlich, z.B. mit einem RFID-Steuergerät.
4. Welche Vorteile bietet UHF?
Mit UHF (Ultra-Hochfrequenz, 860 – 950 MHz) RFID können die für logistische Anwendungen erforderlichen hohen Lesereichweiten erzielt werden. Gleichzeitig ist es auch möglich sehr kurze Leseabstände, wie z.B. in Produktionsabläufen vorkommen können, sicher zu realisieren. So kann mit einer einzigen Technik eine durchgängige Produkt- oder Behälterverfolgung realisiert werden.
5. Was bedeutet „passive“ und „aktive“ Transponder?
Die Unterscheidung wird bei UHF-Transpondern gemacht. Passive Transponder haben keine eigene Energiequelle, sondern beziehen die komplette Energie für das Rücksenden ihrer Kennung (Backscatter) aus dem elektromagnetischen Feld der Antenne. Sie antworten nur, wenn sie gefragt werden, d.h. wenn und solange sie in einem Antennenfeld sind. Die mögliche Reichweite beträgt bis ca. 12 Meter und ist von vielen Faktoren abhängig (s. Frage 11).
Aktive Transponder haben eine integrierte Batterie und senden i.d.R. ihre Kennung permanent in parametrierbaren Intervallen, unabhängig davon, ob ein Lesegerät „zuhört“. Die mögliche Reichweite beträgt bis zu 500 Meter.
6. Welche Vorteile bietet UHF-RFID im Vergleich zu Barcode?
Die RFID-Technik ermöglicht die Automatisierung zahlreicher Prozesse. Dabei kommen die wesentlichen Vorteile der RFID-Technik (UHF) im Vergleich zu Barcode zum Tragen:
- Transponder sind lesbar auch ohne direkte Sichtverbindung
- Transponder sind unempfindlich gegen Verschmutzung
- Es können mehrere Transponder gleichzeitig gelesen werden (Pulk-Lesen)
- Die gespeicherte Information kann bei Bedarf angepasst werden
- Größere Informationsmenge, als bei normalem Barcode (1D)
- Spezielle Transponder können auch bei sehr hohen Temperaturen eingesetzt werden (250 °C)
- Spezielle Transponder können in metallische Objekte integriert werden.
7. Kann ich Barcode und RFID parallel einsetzen
Ja. Das RFID-Steuergerät identIQ kann neben RFID-Technik auch stationäre Barcode-Lesegeräte unterstützen. Das Handterminal identGO hat serienmäßig bereit einen Barcodelaser integriert und kann alternativ auch mit einem 2D-Imager ausgestattet werden.
8. Warum gibt es so viele unterschiedliche (passive) Transponder?
Die Materialeigenschaft des zu kennzeichnenden Objekts beeinflusst die Antenne des Transponders. Das Antennendesign muss auf das Material abgestimmt sein. Desweiteren sind die Einsatzbedingungen des Transponders wie Hitze, mechanischer Stress, chemische Substanzen, etc. zu berücksichtigen. Und schließlich hat auch die gewünschte Lesereichweite Einfluss auf das Antennendesign.
9. Gibt es den einen Transponder für alle Anwendungen?
Nein. s. Frage 8.
10. Wie teuer sind Transponder?
Die Preise für Transponder hängen in erster Linie von der Bestellmenge und der Ausführung des Transponders ab. Sie liegen zwischen unter 20 Eurocent für Millionen einfacher Klebeetiketten bis zu ca. 90 Euro für hochwertige aktive Transponder.
11. Wodurch wird die Lesereichweite zwischen Lesegerät (Antenne) und Transponder beeinflusst?
Zahlreiche Faktoren haben Einfluss auf die tatsächlich erzielbare Leseentfernung. Einige Beispiele:
- Abgestrahlte Leistung des Lesegerätes
- Eignung des Transponders für das Material
- Lage des Transponders zur Reader-Antenne
- Anzahl der Transponder in der Umgebung
- Geschwindigkeit des Transponders beim Passieren der Antenne
- Witterung bei Außeneinsatz (Regen, Schnee)
- Leistung und Güte von Lesegerät, Antenne und Transponder
- Qualität der Installation
Angaben zur Lesereichweite bei Transpondern beziehen sich i.d.R. auf optimale Bedingungen, d.h. frei Sicht von Transponder zur Antenne sowie volle Leistung des Lesegeräts im gesetzlichen Rahmen (in Europa 2 Watt E.R.P. - ETSI EN 302 208).
12. Wie erziele ich sichere Leseergebnisse in der Umgebung von Metallen und Flüssigkeiten?
Elektromagnetische Wellen werden von Metall abgeschirmt bzw. reflektiert und von Flüssigkeiten absorbiert (gedämpft).
Ein erster Schritt zu sicheren Anwendungen ist die Wahl geeigneter Transponder für die zu kennzeichnenden Objekte. Es gibt Transponder, deren Antennendesign für bestimmte Materialien optimiert ist.
Desweiteren hilft eine intelligente RFID-Software, Falschlesungen, die u.a. durch Reflektionen entstehen, auszublenden, und nur validierte Daten an z.B. SAP zu liefern.
13. Was sind „statische Tags“?
Statische Tags sind Transponder an Waren/Behältern, die neben z.B. RFID-Gates stehen. Sie verfälschen das Leseergebnis bei einer Tordurchfahrt, da sie ebenfalls gelesen werden, obwohl sie das RFID-Gate nicht passieren. IdentPro bietet mit dem RFID-Steuergerät identIQ ein wirksames Mittel, um statische Tags auszublenden und zwar ohne Abschirmung! Ihre ERP-Anwendung erhält stets korrekte Daten.
14. Ich möchte RFID nutzen, habe aber keinen geschlossenen Kreislauf, gibt es wiederverwendbare Transponder?
Es gibt Transponder, die z.B. mit Kabelbindern oder per Magnethalter befestigt werden können. Eine andere Möglichkeit sind mit einem Transponder präparierte Produkt-/Behälteranhänger, die am Warenausgang wieder entfernt werden.
15. An den Behältern, die ich geliefert bekomme sind schon Transponder angebracht, wie kann ich davon profitieren?
Sie können z.B. Ihren Wareneingang automatisieren, indem die an den Behältern befindlichen Transponder automatisch ausgelesen werden. Damit sind eine automatische Kontrolle und Buchung möglich.
16. Gibt es gesundheitliche Risiken beim Einsatz von RFID?
RFID im UHF-Bereich arbeitet mit Funkwellen, die elektromagnetische Felder (EMF) erzeugen, vergleichbar mit Mobil-Telefonen und anderen funktechnischen Geräten. Studien z.B. der Weltgesundheitsbehörde (WHO) haben ergeben, dass der Einsatz der RFID-Technik unterhalb der empfohlenen EMF-Grenzwerte keine bisher bekannten negativen Gesundheitseffekte gezeigt hat.
So stellen auch GS1 Germany und AIM Deutschland in einer gemeinsamen Information über gesundheitsrelevante Aspekte für den unbedenklichen Einsatz der RFID-Technologie fest, dass nach heutigem Stand von Wissenschaft und Technik bei Einhaltung bestehender Grenzwerte, Beachtung der Geräteherstellerempfehlungen und sorgfältigem Umgang von keinen gesundheitlichen Gefährdungen durch RFID-Systeme auszugehen ist.
17. Was ist der EPC?
EPC steht für „Electronic Product Code“ und ist ein weltweit standardisierter, überschneidungsfreier Zahlencode zur eindeutigen Kennzeichnung von Objekten, wie z. B. Einzelstücken, Kartons, Umkartons, Paletten, Transportbehälter etc. Mittels des EPC und RFID-Technik können die Objekte entlang der Versorgungskette (Supply-Chain) jederzeit eindeutig identifiziert werden. Der EPC wird auf einem kompatiblen Transponder gespeichert. Für Anwendungen in Produktion und Logistik werden heute fast ausschließlich EPC-kompatible Transponder eingesetzt.
18. Was ist EPCglobal?
EPCglobal ist eine Non-Profit-Organisation, die Standards für die einheitliche Nutzung von RFID für den grenz- und branchenüberschreitenden Warenverkehr entwickelt. Unternehmen können bei der Organisation EPCs beziehen.
19. Was ist der Standard EPCglobal Class 1 Gen2?
Der Standard EPCglobal Class 1 Gen2 beschreibt die Luftschnittstelle zwischen passiven Transpondern und Lesegeräten im UHF-Bereich. Das Schnittstellenprotokoll wurde von EPCglobal definiert.
20. Wird sich die RFID-Technik durchsetzen?
Ja. RFID ist eine anerkannte und bereits vielfach erfolgreich genutzte Optimierungstechnik. Permanenter Wettbewerbsdruck zwingt dazu, immer mehr Prozesse zu optimieren und Fehler zu vermeiden. Hierfür ist RFID prädestiniert.
21. Wie kann ich herausfinden, ob sich der Einsatz von RFID in unserem Unternehmen lohnt?
Ein Ansatz ist z.B. alle Prozesse zu betrachten, die manuelle Kontrollen oder Bestätigungen erfordern, und hier die auftretenden Fehler und Folgekosten ehrlich zu beziffern. Beispiele sind Wareneingang, Warenausgang, Einlagerung, Materiallieferung in der Produktion, häufige Inventuren, hoher Suchaufwand, Doppelarbeiten (z.B. Wartungsdokumentation), Zählvorgänge, Falschlieferungen an Kunden, etc. RFID hilft, die Transparenz zu erhöhen und Fehler zu vermeiden. Gerne beraten wir Sie.
22. Wie lang ist die Amortisationszeit einer Investition in die RFID-Technik?
Das ist natürlich abhängig von der individuellen Situation. Normalerweise wird der ROI bei RFID-Projekten in ca. 1 Jahr erreicht.
23. Kann ich RFID-Technik leasen?
Ja. IdentPro bietet Ihnen die Möglichkeit, sämtliche Leistungen (Hardware, Software, Dienstleistung) zu leasen. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein individuelles Angebot.




